Mode, Design und Marketing – eine Welt für sich

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Von Starfotografen abgelichtete Topmodels werden wohl immer zu den wichtigsten Attributen des Modemarketing zählen – doch mit ihnen hört die Gewissheit auch schon auf: Was sollen die Damen dieses Jahr tragen, wie kommt diese Entscheidung zustande und was passiert, wenn man daneben liegt? Natürlich beschäftigen sich auch andere Branchen mit ähnlichen Fragen, doch in kaum einem anderen vertikalen Markt kommt Bauchgefühl und Markinstinkt eine so zentrale Bedeutung zu wie in der Mode. Modemacher, Designer, Labels, Socialites, und Fashion Victims implizieren und leben den Trend nicht nur, sie sind der Trend. Präzise Zielgruppenanalysen und ein fein abgestimmter Mix von Strategien sind aus dem modernen Modemarketing nicht wegzudenken, doch mehr als in anderen Branchen bleiben sie letztlich nur Hilfsinstrumente: Modetrends sind per Definition unberechenbar – ihre Gezeitenwelt wäre nicht sie selbst, wäre sie für Aussenstehende nicht immer nur im Nachhinein erfassbar.

Marken kreieren und aufbauen, Kampagnen erstellen und durchführen, Fashionshows und andere Events planen und umsetzen, das erfolgreiche Zusammenspiel von Mode und Marketing erfordert erweiterte Kompetenzen. Herzstück des Modemarketings ist und bleibt zwar die Fähigkeit, Trends intuitiv zu erkennen oder gar zu setzen – nicht von ungefähr kommen die meisten im Modebereich tätigen Marketingexperten aus der Mode. Doch ohne die Werkzeuge des professionellen Marketing wären Modeschaffende heute verloren. Web 2.0 & Social Media, Globalisierung, Diversifizierung und Nachhaltigkeit sind nur einige der Schlagworte, bei deren Abhandlung die Unverzichtbarkeit des modernen Marketing für die Modebranche schnell klar wird.

Globalisierung schafft neue Szenarien, Optionen und Risiken für Produktion und Vertrieb – wer ausschliesslich in Asien produzieren lässt, auf kurzfristige Trendwechsel schlechter reagieren – ein Portfolio aus Produktionspartnern an verschiedenen Standorten vermindert sowohl Fehleinkäufe als auch “Lost Sales”. Internet und Social Media bieten Modeschaffenden die hochattraktive Chance, Marktforschung in Echtzeit zu betreiben -  wer möchte es sich nehmen lassen, in sozialen Netzwerken und Foren bei der Entstehung von Meinungen und Trends aktiv mitzuwirken zu können. Schwellenmärkte, Internet und “Fast Fashion” schaffen immer neue Absatzszenarien, die es zu rechtzeitig zu erkennen gilt -  längst sind das Rockabilly Longsleeve im Retro-Look, das Glamourkleid mit Fransen und Federn oder das Abendkleid für Schwangere keine Aufmacher oder Ladenhüter mehr sondern reale Nischen, die zeitnah erschlossen werden müssen. Die steigende Nachfrage der Verbraucher nach zertifizierter Nachhaltigkeit von Modeprodukten schliesslich ist ein langfristiger Trend, den die Modebranche seit Jahren beharrlich zu unterschätzen scheint. Wer sich in diesem Segment ernsthaft und glaubhaft etabliert, der darf sich auf die Zukunft freuen.

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