Der SIDISPOT in der Marzellenstraße widmet sich dem Thema: Best of Spanish Design. Rheindesign-Mitarbeiterin Veronika Kornas hat SIDISPOT-Projektmanagerin Susanna Thomas besucht.
Frau Thomas, wie würden Sie Ihren Einrichtungsstil beschreiben? Lassen Sie sich beim einrichten von Spanien inspirieren?
S.T.:
Auf jeden Fall schlicht und zurückhaltend, eigentlich habe ich viele Basic-Möbel.
Für mich als Innenarchitektin und Architektin ist es wichtig, dass die Gebäudestruktur nicht durch Möbel zugestellt wird. Möbel müssen funktional sein und die Materialien müssen zur Geltung kommen. Die Materialität einzelner Möbel wird beeinflusst durch Licht und Schatten, das ist dann durch die Architektur vorbestimmt. Mit Spanien bin ich seit vielen Jahren verbunden, auch weil ich mit einem Spanier verheiratet bin. Von daher haben wir auch einige spanische Möbel!
Worauf achten Sie bei Design und worauf sollte ich in Zukunft achten?
S.T.:
Funktionalität ist das Wichtigste! Das brauche ich auf jeden Fall für mich. Der persönliche Raum ist jedoch begrenzt, ich kann nicht sagen, worauf Sie achten sollten. Jeder hat halt seine persönliche Sichtweise was Möbel ausmacht. Ich möchte den Kunden immer erst kennen lernen, bevor ich sagen kann was zu ihm passt.
Woher kommt Ihr Interesse am spanischen Design?
S.T.:
Das hat während des Studiums angefangen, als ich an der Designschule in Barcelona ein Semester studiert habe. Später war ich dann noch auf der Architektenhochschule in Barcelona. Ich war schon immer eher dem Süden zugewandt und habe Barcelona während des Studiums für mich entdeckt. Anfang der 90er war Barcelona ja auch die Hochburg des Designs im öffentlichen Raum und Innenarchitektur wurde inszeniert wie z.B. in den Bars, das war für mich als Studentin faszinierend.
Welchen Stand hat spanisches Design in Deutschland und wo boomt spanisches Design zur Zeit?
S.T.
Spanisches Design wird in Deutschland viel zu zurückhaltend gezeigt, obwohl spanisches Design sich nicht verstecken muss. Es gibt gute Produkte in fast allen Bereichen!
Die Plattform SIDISPOT möchte ändern, dass spanisches Design im Hintergrund bleibt. Es ist ein Initialschritt, um spanische Produkte besser vorzustellen. Fachpublikum, Endkunden und Architekten bieten wir die beste Info, im Objektbereich wird man hier fachkundig beraten.
Wie sehen es die Spanier mit der Inneneinrichtung?
S.T.:
Die Gesamtbevölkerung legt wenig Wert auf Innenarchitektur. Das Leben findet mehr auf der Straße statt, auf Plätzen, in Dörfern, vor der Tür, im Park oder in Restaurants. Es sind immer viele Menschen auf der Straße. Allerdings wird auch immer mehr Wert auf Inneneinrichtung gelegt. Innenarchitekten zielen immer mehr auf den privaten Bereich und es gibt sehr viele Fachzeitschriften.
Wie ist die junge Designerszene Spaniens? Wovon lassen sie sich inspirieren und was sind die Trends?
S.T.:
Es gibt vielleicht zwischendurch mal einen Entwurf, der speziell spanisch ist, grundsätzlich würde ich das aber nicht überbewerten. Designer werden immer internationaler, es gibt da kein Nationalbewusstsein mehr. Die Messen sind international, die Hersteller werden international ausgestellt. Trends sind weitläufig, man kann das nicht spezifizieren. Momentan geht der Trend weg von nüchternen zu weicheren Formen. In zwei bis drei Jahren geht der Trend garantiert wieder davon zurück. Die Designer sind da immer einen Schritt voraus.
Denken Sie eine spanische Metropole wäre für Rheindesign 2008 als Partnerstadt geeignet, wenn ja welche?
S.T.:
Auf jeden Fall Barcelona. Da hätte ich auch schon viele Ideen!