Welches Sortiment hat ein Designkiosk außer Lakritz und Brause?
Rheindesign-Mitarbeiterin Veronika Kornas traf Kiosk-Betreiber Ingo Schweers
Herr Schweers, wie würde eine Tüte Gemischtes hier aussehen?
I.S.:
Wir haben Lollies, 4711- Erfrischungstücher, Buttons, Cocktailschirmchen von einer Modedesignerin, Bonbons, Sticker etc. Eine bunte Mischung halt, von süß-sauer bis fein-herb. Da ist für jeden etwas dabei!
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Designkiosk zu eröffnen?
I.S.:
Dies hier ist ein altes Kiosk, das Schild da draußen gehört noch dazu. Wir wollten in einem Designkiosk Leuten die Möglichkeit geben, ihre Sachen auszustellen. Das Portfolio ist groß. Es gibt Mode, Texte, Grafikdesign, Industriedesign, Fotografien etc. Allerdings keine Architektur! Hier werden teilweise auch Sachen ausgestellt, die jeder kennt und wovon man bisher noch nicht den Designer, der dahinter steckt, kannte. So bieten wir den Leuten auch Hintergrundinformationen. Wir sehen uns in Position zur Design Post und dachten, wenn es auf der rechten Rheinseite die Design Post gibt, dann gibt es auf der linken Rheinseite einen Design Kiosk.
Nach welchen Kriterien wurden die Designer ausgesucht?
I.S.:
Wer zuerst kommt, malt zuerst! Man kennt sich durch Netzwerke und hat die Idee da verbreitet, hier sind natürlich auch Freunde und Bekannte dabei.
Wie wollen Sie den Leuten die Schwellenangst nehmen?
I.S.:
Wir bieten eine große Bandbreite an, wenn man hereinkommt. Auf jeden Fall können wir die Leute mit Süßigkeiten reinlocken und am Donnerstag findet eine Lackritzparty statt. Bei dem Wort Kiosk denkt man ja auch an Lackritz und Bier usw., das sind Dinge vor denen keiner Angst hat. Jeder von uns hat z.B. auch sein eigenes Kiosk in der Nähe fotografiert.
Wenn man hier erst einmal drin ist, gibt es keinen Grund sich zu beschweren.
Was müsste man machen, damit sich mehr Leute trauen, einen Laden wie diesen in Köln zu eröffnen? In Berlin sind die Leute mit neuen Ideen immer noch risikoreicher als in Köln, liegt das nur an günstigen Mieten?
I.S.:
Die Mieten in Köln sind auf jeden Fall ein Problem! Aber auch die Nachfrage ist nicht richtig da. Die meisten Leute sitzen halt doch im eigenen Büro. Da haben wir uns natürlich auch gefragt ob ein Designkiosk überhaupt Sinn macht. Ladenlokale in Köln sind sehr teuer, aber man möchte sich auch nach außen auf einfache Art präsentieren. Leider gibt es auch nicht wirklich oft Netzwerke hier, die Leuten denken meistens doch „Ich mach lieber alles alleine“ oder haben Angst vor Konkurrenz, nach dem Motto „Zeig was du machst, aber ich zeige nicht, was ich mache“. Das ist leider sehr schwierig, dabei ist Konkurrenz- Denken nicht wirklich nötig, da jeder seine Stärken hat. Obwohl hier die Grafiken alle sehr unterschiedlich sind, denken manche wirklich man könnte Ihnen was wegnehmen. Dadurch tritt man auch anders gegenüber den Kunden auf.
Welche Orte oder Läden in Köln würden Sie gerne noch verändern. Vielleicht mit Design im Automaten?
I.S.:
Es gibt viele Plätze die man aufräumen und netter gestalten müsste, wie den Barbarossaplatz. Barcelona hat z.B. so viele wunderschöne Plätze, dass die Architekten im Ausland immer geradezu ins Schwärmen kommen. Doch wenn sie zurückkommen, haben sie einen Knoten im Hals. Vorher war diese Straße auch eine jüdische Straße, das ist leider weggekippt und es gibt hier eher kleiner Büros.
Was ist Ihre Lieblingszielgruppe?
Kölner! Allerdings ist es schwer, hier andere Leute kennen zu lernen um Kontakte zu knüpfen wie z.B. mit dem Industriedesign. Doch wenn man jemanden kennen lernt, ist das natürlich schön!
Kiosk steht für Lustpavillon oder auch Ramschladen in dem es preiswerte Kleinigkeiten gibt. Wo würden Sie sich positionieren?
I.S.:
Als Ramsch kann man das hier natürlich nicht bezeichnen. Sondern eher Dinge für den schnellen Genuss. Man kann alles schnell erfassen und sich an den Bildern erfreuen. Wenn man jemanden sympathisch findet, kann man hier Kontakte knüpfen und Projekte zusammen machen. Ein Kiosk steht auch dafür, dass man ins Gespräch kommt, , die Nachbarschaftspflege. Im Kiosk verbreiten sich Neuigkeiten durch Mundpropaganda.
Bei uns ist von 7- 24 Uhr immer jemand präsent und ansprechbar.
Wird es den Design Kiosk auch nach Rheindesign weiterhin geben?
I.S.:
Nein, der bleibt nur für Rheindesign. Eigentlich werden die Räume als Büro genutzt.
Schade.