Die Designer der Ausstellung Brussels’ finest

Diane Steverlynck

Nach Ihrer künstlerischen Ausbildung in Visueller Kunst setzte Diane Steverlynck ihre Studien in Textildesign an der National School of Visual Art, La Cambre, fort (Abschluss 2002). Seither entwickelt sie persönliche Projekte und arbeitet als freischaffende Designerin für Unternehmen oder private Raumgestaltungsprojekte. Außerdem arbeitet sie für Trendagenturen und gibt Unterricht. Seit 5 Jahren verfolgt Diane Steverlynck einen bestimmten Ansatz, der sich auf Gewebe und seine mannigfaltigen Möglichkeiten für Objekt, Raum und Funktionalität konzentriert.
Die Form, Ästhetik und die Geschichte jedes Designs zeugen von einer kontinuierlichen Erforschung von Geweben, Materialien und ihrer Verwendung. Ihre Produkte behalten immer „textilen“ Charakter, d.h., ihre Arbeit baut auf Prinzipien wie Oberfläche, Struktur, Flexibilität, Größenverhältnis, Faltenbildung etc. auf. www.dianesteverlynck.be

Sylvain Willenz

Seit der Eröffnung seines Studios 2003 hat der Designer Sylvain Willenz bereits einige beachtenswerte Designs entwickelt. Dr. Bamboozle, ein augenfälliger Sitzplatz aus Bambus und Gummi, Inner Tube, ein weicher und flexibler Lampenschirm, Snottable, ein märchenhafter Zweig voll blinkender Lichter, Brackets included, Wandregale aus gefaltetem Stahl, die tatsächlich existierenden einfachen Wandkonsolen von Hardwareläden nachempfunden sind und Stuff, eine biegsame Tasche auf Gummi, die die Form ihres Inhalts annimmt. Eine kleine aber konsequente Kollektion von Designerobjekten, die die offensichtliche Handschrift ihres Designers tragen: den experimentellen Umgang mit Materialien, eine Vorliebe für wandlungsfähige, organische Formen, ein Auge fürs Detail und für das fertige Endprodukt. Dieser Brüsseler Designer hat großen Spaß am Ausprobieren von und Experimentieren mit Dingen. Seine Ideen findet er in Alltagsgegenständen und –materialien, ob es sich um Klebstoff, Klebeband, Post-its, Paste, Kaugummi, um alte Gummireifen oder Spraydosen handelt. Er verbindet Holz, Stahl und Aluminium und taucht seine Kreationen in Kautschuk, sein Lieblingsmaterial. Und obwohl seine Objekte experimentellen Charakter haben mögen, so vergisst Sylvain doch nie Fabrikationsnutzen und Machbarkeit seiner Designs. www.sylvainwillenz.com

Guy Charles

Guy Charles hat ein modulares Bauteilsystem entwickelt, das schnell und einfach ist, ohne Klebstoff oder Nägel aufzubauen und es Anwendern ermöglicht, verschiedene Objekte zu kreieren. Es baut auf dem Konzept einer sich selbst tragenden, unbegrenzten, modularen Konstruktion auf, die ihre Elemente mit ihrem eigenen Gewicht stützt. Dieses System macht es möglich, sowohl Möbel aus Holz, Karton, Metall, Glas oder Plastik zu fertigen als auch Architektur gemäß seinen Bedürfnissen und Wünschen anzupassen. EasyX hat die Silbermedaille anlässlich der 34. Int. Messe für Erfinder, Techniker und neue Produkte in Genf gewonnen. www.guycharles.be

Big Game

Elric Petit, Augustin Scott de Martinville und Grégoire Jeanmonod fanden auf der ECAL in Lausanne zueinander. Als Belgier, Franzose und Schweizer entwickelten sie einen gemeinsamen Ansatz und bildeten bald ein enges Team. Ihre Objekte werden unter dem Label von Domestic, Ligne Roset, Matralux, Vlaemsch und der Galerie Kréo vertrieben. Für ihre neueste Kollektion „plus is more“ nehmen sie Grundelemente als Ausgangspunkt, wie z. B. ein Material, einen Grundsatz oder einen Archetypus, und „wandeln“ diese dann auf einfache Weise „um“ in ein funktionales Designerobjekt. Der Zweck dieser „Umwandlung“ ist es, ein „Mehr“ zu bringen, wobei die Unversehrtheit des ursprünglichen Elementes erhalten bleibt. Das Lob des „Weniger“ wird hier also verfremdet. „Weniger ist mehr“ ist immer noch ein starker Grundsatz, aber mit einer leichten und unerwarteten Wendung. In gewissem Sinne spielt Big Game mit dem Klischee, das Schweizer Design anhängt, und seinem zutiefst funktionalistischen Image.
Bold chair ist inspiriert von der elementaren Struktur eines Metallschlauchstuhls. Bold chair wurde aufgepolstert, sein sockengleicher Schlauch ermöglicht das Abnehmen des Bezuges. www.big-game.ch

UrbanRoom

UrbanRoom ist ein Brüsseler Designerstudio, welches 2004 von Kris Gysels und Eva Verbeiren gegründet wurde. Seit Gründung des Designerstudios haben sie an Deck gearbeitet. Das Deck Projekt beinhaltet die Suche nach einer universellen Standardlösung für verschiedene Maßstäbe und verschiedene Programme. Das Grundprinzip besteht in der Kombination zweier Platten, die eine flach, die andere extrudiert mit Profil. Diese Kombination ergibt eine sandwichgleiche Konstruktion, die gleichzeitig stabil und leichtgewichtig daherkommt. Bei der ersten Ausstellung anlässlich der Biennale in Kortrijk erhielt tableDeck, ein Tisch, der auf den Deck-Grundsätzen basiert, den großen Preis „Design for Europe“. www.urbanroom.be